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Auslöser der Psoriasis

1. Diskussion des Begriffs „Auslöser"

Für die Entstehung der Schuppenflechte kann nicht eine einzige Ursache verantwortlich gemacht werden, sondern es müssen mehrere Faktoren zusammentreffen, damit die Erkrankung sich bemerkbar macht. Man spricht deshalb von multifaktorieller Entstehung.

Die Auslöser der Krankheitserscheinungen nennt man auch Provokationsfaktoren oder Trigger. Diese Provokationsfaktoren können sowohl durch bestimmte Vorgänge im Körper (endogen) als auch durch äußere Einflüsse (exogen) wirksam werden. Sie sind verantwortlich für den ersten Ausbruch und für erneute Schübe. Die Auslöser der Psoriasis bewirken aber nicht nur den Ausbruch oder Schub, sondern auch deren Unterhalt und Verstärkung.Die Krankheit selbst wird nicht vererbt. Die Veranlagung dazu bzw. die genetische Disposition kann aber auf Nachkommen übertragen werden. Diese Aussage bezieht sich vorwiegend auf den Typ 1 der Psoriasis, der sich üblicherweise im jungen Erwachsenenalter erstmals manifestiert. Beim Typ 2 im späteren Alter muss keine erbliche Veranlagung vorliegen.

Umfragen in einer Hautklinik haben gezeigt, dass 70 % der Psoriatiker die Auslösefaktoren für ihre Schübe kannten. Das ist ein sehr hoher Prozentsatz. Die auslösenden Faktoren sind individuell sehr verschieden.

2. Welche Auslöser der Psoriasis sind bekannt bzw. werden diskutiert?

Die Fachleute sind sich weitgehend einig, welche Faktoren die Psoriasis auslösen können. Es sind Infektionen, Medikamente, Traumen der Haut bzw. Verletzungen und andere äußerliche Auslöser, psychische Einflüsse, ungesunde Lebensweise und sonstige Einflussfaktoren.

3. Wie kann ich dazu beitragen, meine Auslöser zu identifizieren? Da die Auslösung von Psoriasis-Schüben von Patient zu Patient sehr unterschiedlich sein kann, ist es für jeden  Betroffenen wichtig, darauf zu achten, auf Grund welcher Einflüsse seine Hauterkrankung ausgelöst bzw. verstärkt wird. Um die persönlichen Auslösefaktoren herauszufinden, kann es hilfreich sein, ein Tagebuch über alle Veränderungen zu führen. Man sollte auch seinem Arzt mitteilen, woran man noch leidet und welche Medikamente man dagegen einnimmt. Nur dann kann er sich ein Bild davon machen, was die Psoriasis beeinflusst und welche Alternativen es gibt

2/1. Infektionen

Die Infektionen kann man wiederum unterteilen in äußere und innere.

Äußere Infektionen

Äußere Infektionen sind Infektionen der Haut durch Viren, wie z.B. Herpes, Röteln, Masern oder Windpocken, und auch durch Bakterien oder Pilze. Darüber hinaus gibt es auch chronische Entzündungsherde, die einer Psoriasis zum Ausbruch verhelfen.

Innere Infektionen

Innere Infektionen werden sowohl durch Bakterien, vor allem Streptokokken, als auch durch Viren hervorgerufen. Hierunter fallen insbesondere Hals-, Rachen- und Nebenhöhleninfekte, aber auch Entzündungen an Zähnen, Blinddarm, Eierstöcken, Harnwegen und an der Prostata und auch die Virus-Grippe und AIDS. Die häufigste Form einer durch Infektionen ausgelösten Schuppenflechte ist die Psoriasis guttata, bei der sich tropfenförmige Herde bilden.

2/2. Medikamente

Auch bestimmte Medikamente kommen als Auslöser der Psoriasis oder ihrer Schübe in Frage. Die wichtigsten Medikamentengruppen in diesem Zusammenhang sind:

Betarezeptorenblocker, die in der Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen eingesetzt werden, vor allem bei zu hohem Blutdruck, erhöhtem Pulsschlag und Rhythmusstörungen. Eine Studie aus dem Jahr 2008 entlastet allerdings die Betablocker und auch andere blutdrucksenkende Mittel wie Diuretika, Kalziumantagonisten oder ACE-Hemmer bezüglich des erstmaligen Auftretens einer Schuppenflechte. Die Verschlechterung einer bestehenden Psoriasis ist damit allerdings nicht ausgeschlossen.

Lithium zur Therapie von psychischen Erkrankungen, insbesondere von manisch-depressiven Psychosen

Chloroquin als Mittel gegen Malaria

ACE-Hemmen die gegen Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, vor allen Dingen des Bluthochdrucks und der Herzschwäche eingesetzt werden. Die Mediziner sind allerdings nicht ganz sicher, ob es einen eindeutigen Zusammenhang gibt.

Interferon-alpha, das bei der Behandlung von Hepatitis, Bluterkrankungen und Tumoren zur Anwendung kommt und Tetrazykline und nicht steroidale Antirheumatika. Beide Medikamentengruppen werden heute aber als eher unwahrscheinliche Triggerfaktoren für die Schuppenflechte angesehen.

  Bei den genannten Medikamentengruppen ist es z.T. äußerst schwierig, sie im Einzelfall als Verursacher einer Psoriasis zu identifizieren, da es Wochen und Monate dauern kann, bis nach dem Beginn einer Behandlung die Psoriasis ausbricht. Obige Aufzählung der Medikamenten-gruppen ist nicht erschöpfend. Es können auch Medikamente gegen Gicht und zahlreiche andere Arzneien eine Psoriasis hervorrufen oder verschlechtern.

2/3. Traumen der Haut bzw. äußerliche Auslöser

Physikalische Einflüsse, auch Köbner-Phänomen

Der Dermatologe Heinrich Köbner machte bereits in den siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts die Beobachtung,dass sich im Bereich einer Verletzung der Haut bei Patienten mit Schuppenflechte erneute Psoriasis-Herde entwickeln. Bei den physikalischen Einflüssen handelt es sich nicht nur um mechanische Verletzungen oder Reizungen der Haut, sondern auch um Verbrennungen, Verbrühungen und Erfrierungen. Im Einzelnen geht es um Einstiche bei  Injektionen, Impfungen, Punktionen oder bei Akupunktur, um Tätowierungen, Piercing, Bisse, Insektenstiche, Schürfwunden, Operationswunden und -narben. Auch Kratzen, Reiben und ungünstige Druckverhältnisse können psoriatische Hauterscheinungen auslösen. Beispiele sind: zu enger Gürtel, zu enges Schuhwerk, Seh- und Hörhilfen, Haarspangen usw.

Chemische Einflüsse

Chemikalien können die Haut reizen und giftig wirken, ihr auch Fette entziehen und die Barrierefunktion zerstören. Dazu zählen insbesondere Säuren und Laugen, aber auch manche Kosmetika, vor allem chemische Sonnenschutzmittel.

Klimatische Bedingungen

Es hat seine Gründe, dass die Psoriasis in erster Linie in den kälteren nördlichen Regionen der Erde und bei hellhäutigen Menschen auftritt. Dunkelhäutige haben eine viel geringere Häufigkeit und bei Eskimos und Indianern kommt die Psoriasis äußerst selten vor. Dass sich die Schuppenflechte im Sommer tendenziell bessert und im Winter verschlechtert, liegt auch an der Sonne. Die UV-Strahlung der Sonne wirkt gegen die Psoriasis, insbesondere in Verbindung mit Salzwasser und Meeresklima. Ein Zuviel an Sonne kann aber über einen Sonnenbrand auch einen Schub auslösen.

Diagnose- und Therapieschäden

Allergologische Testungen können an den Teststellen positive Köbner-Phänomene bewirken, z.B. nach einem Epikutan- oder Pricktest. Neben einer Überdosis an natürlicher UV-Strahlung kann sich auch ein Übermass an künstlichen UV-Strahlen ungünstig auswirken. Sogar Röntgenoberflächenbestrahlung sowie Kobaltstrahlung können zu scharf abgegrenzten örtlichen Erscheinungen führen.

Andere Hauterkrankungen

Als äußerliche Auslöser der Psoriasis kommen auch entzündliche Erkrankungen der obersten Hautschicht in Frage,wie z.B. Pilze, Bakterien, die Röschenflechte, die Gürtelrose oder auch ein allergisches Kontaktekzem.

2/4. Psychische Einflüsse

Das Thema Psyche und Psoriasis wurde im Nobember letzten Jahres ausführlich behandelt. Bei einem Teil der Psoriasis-Patienten sind auch psychische Einflüsse als Krankheitsauslöser und -Verstärker bekannt. Es sind aber nie ausschließlich psychische Faktoren, die zum Ausbruch der Psoriasis führen. Die Art der Einflussfaktoren ist vielfältig. Neben akuten Stressereignissen wie Prüfungen, Unfälle, Beziehungsstreitigkeiten und „Stress" am Arbeitsplatz scheinen auch anhaltende Belastung, z.B. nach Scheidungen oder Tod eines Angehörigen, zu Verschlechterungen oder Schüben beizutragen. Interessanterweise spielt die Art des Stresses keine Rolle für die Entstehung neuer oder das Wiederaufflammen alter Herde Große Freude kann in gleicher Weise wirken wie großes Leid.

2/5. Ungesunde Lebensweise

Alkohol

Der Frage, inwieweit Alkoholkonsum ein Triggerfaktor darstellt, wurde in verschiedenen Studien nachgegangen.Offensichtlich hat Alkohol durchaus einen Einfluss, wobei sogar gezeigt werden konnte, dass eine chronische Psoriasis nach mehrwöchiger Alkoholabstinenz abheilen und bei neuerlichem Alkoholkonsum wieder ausbrechen kann.

Rauchen

Einen gesicherten Zusammenhang zwischen Rauchen und einer Verschlechterung der Schuppenflechte gibt es nicht. Aus mehreren wissenschaftlichen Studien geht allerdings hervor, dass Menschen, die täglich 15 Zigaretten oder mehr rauchen, gegenüber dem Durchschnitt der Bevölkerung ein dreimal so hohes Risiko haben, eine Psoriasis zu entwickeln. Aus einer anderen Untersuchung geht hervor, dass die unteren Bereiche von Armen und Beinen besonders stark mit Psoriasis befallen werden, wenn die Patienten täglich 10 Zigaretten und mehr rauchen. Ein ziemlich deutlicher Zusammenhang wurde zudem zwischen dem Auftreten von pustelartigen Psoriasisherden an Handflächen und Fusssohlen einerseits und Rauchen andererseits gefunden.

Übergewicht

Es ist mittlerweile bekannt, dass übergewichtige Patienten mit Schuppenflechte mehr Hautveränderungen haben und schwerer zu behandeln sind als normalgewichtige Menschen. Eine Gewichtsreduktion oder auch eine vegetarische Diät bei übergewichtigen Psoriasispatienten führte zu einer Verminderung der psoriatischen Erscheinungen. Die Beobachtungen während Kriegszeiten bestätigen diesen Aspekt.

2/6. Sonstige Auslöser

Stoffwechselstörungen

Es gibt zahlreiche Vermutungen, dass Psoriasis besonders häufig zusammen mit anderen inneren Erkrankungen vorkommt. Das gilt vor allem für Stoffwechselerkrankungen wie z.B. Gicht, Diabetes und Fettstoffwechselstörungen.Bei Zuckerkranken kann insbesondere die inverse Form in Hautfalten sehr hartnäckig verlaufen.

Veränderungen im Hormonsystem

Hormonschwankungen und - Umstellungen werden als Krankheitsauslöser häufig mit aufgeführt. Auf Grund der Komplexität der Krankheitsprozesse lässt sich aber nicht vorhersagen, bei welchen Hormonveränderungen sich die Schuppenflechte verbessert und bei welchen sie sich verschlechtert. Das trifft auf Schwangerschaft und Stillzeit, die Menopause und medikamentöse Hormongaben wie die Pille zu.