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»Wenn Kummer juckt, hilft auch keine Salbe«

Wie die Seele auf die Schuppenflechte wirkt

Psyche beeinflusst

Den Zusammenhang zwischen Hautzustand und Psyche bestätigen Psoriatiker selbst. 70 Prozent der Erkrankten geben an, dass die Schuppenflechte das erste Mal aufgetreten ist, als sie besonderem seelischen Stress ausgesetzt waren. So genannte große Lebensereignisse wie Trennung, Todesfall in der Familie oder Verlust des Arbeitsplatzes sind oftmals Auslöser für die schlummernde Krankheit, die bei Menschen in jedem Lebensalter auftreten kann. Viele Psoriatiker wissen, dass die Psyche einen großen Einfluss auf die Psoriasis hat. Es gibt viele Aspekte, die da hineinspielen. Man geht davon aus, dass eine klare genetische Veranlagung vorhanden ist, aber der eine bekommt es, und der andere nicht." Aus diesem Grund empfiehlt sich begleitend zur üblichen Behandlung eine psychologische Betreuung. Patienten können davon in vielerlei Hinsicht profitieren. Denn: Wenn Stress und psychische Krisen Psoriasis auslösen, dann kann das Vermeiden oder Bewältigen dieser Faktoren auch die Symptome der Psoriasis bessern. Studien bestätigen, dass psychologische Unterstützung die Symptome lindern kann.

Chemie der Gefühle

Zwischen Haut, Nerven, Psyche und Immunsystem besteht ein lebhaftes Wechselspiel. Die Nerven im Gehirn verbinden Haut und Immunsystem und sorgen dafür, dass die Haut ihre vielfältigen Aufgaben wahrnehmen kann. Sie ist Kontaktorgan, Schutzhülle, trennt Körperinneres von Äußerem, und sorgt dafür, dass die Temperatur im Körper stets gleich ist. Sie ist größtes Sinnesorgan und über den Tastsinn mit Millionen von Nerven eng mit den Gefühlen verbunden. Gefühle sind im Körper nichts anderes als Chemie. Bei emotionalen Ereignissen werden Nervenbotenstoffe ausgeschüttet, die dafür sorgen, dass die Haut reagiert, etwa mit dem Zusammenziehen von kleinen Gefäßen oder dem Erweitern der Äderchen. Auch werden vermehrt Stoffe ausgeschüttet, die den Juckreiz oder eine Entzündung auslösen. Durch das Zusammenspiel schlagen sich Gefühlsereignisse auf die Haut nieder und damit auch auf chronische Hauterkrankungen. Wenn das Immunsystem durch Stress beeinträchtigt wird, kann eine Hautentzündung wieder aufflammen. Dies wird von Patienten und Ärzten beobachtet. Besonders offensichtlich sind die Zusammenhänge bei Schuppenflechte und Neurodermitis. Beide reagieren auf Stress, die Psoriasis langsamer, die Neurodermitis schneller. Da die Zusammenhänge zwischen Haut(erkrankungen) und Psyche heute bekannt sind, geht man vermehrt dazu über, sich begleitend zu etablierten Therapien auch der Seele der Kranken anzunehmen.  Das heißt nicht, dass Hautkranke psychisch krank sind. Aber sie können in mehrfacher Hinsicht von psychologischer Betreuung profitieren: Sie lernen, mit der Krankheit besser klarzukommen, die Symptome werden gelindert. Sie kommen den Wechselbeziehungen zwischen Krankheit und Seele auf die Spur. Hinter einer kranken Haut verbergen sich oft Kontakt- oder Abgrenzungsprobleme, die auf der Haut als "Kampfplatz" ausgetragen werden. Viele Psoriatiker quält die Angst, wegen ihrer Schuppenflechte stigmatisiert zu werden, ihren Job zu verlieren. Sie trauen sich nicht unter Menschen, da sie wegen ihrer sichtbaren Erkrankung wie "Aussätzige" behandelt werden. Hier kann die Therapie eine wichtige Unterstützung sein, um das Selbstbewusst-sein aufzubauen und sich nicht zu verstecken. Oft dienen chronische Haut- und Gelenkerkrankungen auch als ,Aufhänger' für unausgesprochene Sehnsucht nach Zuwendung oder sie signalisieren ein Gefühl der Leere. In dem Fall kann die Therapie bei der Suche nach dem Lebenssinn helfen.

Den Auslösern auf der Spur

Gute Erfahrungen werden vor allem mit jeder Art von Entspannungsverfahren gemacht. Dazu gehören Autogenes Training, Yoga, Muskelrelaxation nach Jacobson oder Meditation. Studien zeigen, dass durch regelmäßige Entspannung die Psoriasis-Schübe weniger werden und schwächer ausfallen kön- nen. Einen ähnlich positiven Effekt hat die Gesprächstherapie, z. B. die sinnzentrierte Psychotherapie nach Viktor Frankl.

Wichtig ist zu erkennen: Was begünstigt einen Schub, wie kann ich ihn vermeiden und wie gehe ich damit um?
Was tut mir gut, was ist schlecht für mich? Diesen Fragen sollten sich Hautkranke stellen. Denn: Psoriasis begleitet ein Leben lang. Wenn der Mensch mit Schuppenflechte versteht: "Ich kann etwas tun, ich muss in mein Leben hineingucken und mich fragen: was gefallt meiner Haut nicht?", dann ist ein erster wichtiger Schritt getan. Neben banalen Auslösern wie Shampoo oder Creme können sich hinter den Symptomen schwerwiegende Probleme verbergen. Ein Sprichwort sagt: "Wo der Kummer juckt, hilft auch keine Salbe." Und hier setzt die sinnzentrierte Psychotherapie nach Viktor Frankl, auch Logotherapie genannt, an. Dabei lernen Patienten, Verantwortung für ihr Leben und ihre Krankheit zu übernehmen. Die zentrale Frage lautet: Was gibt meinem Leben einen Sinn? Trotz Krankheit. Auch unangenehme Fragen werden gestellt, wie z. B.: Vor was schützt mich meine Psoriasis? Sie können ein Schlüssel zur (Selbst-)Erkenntnis und Linderung sein. "Es gilt, ... das Schicksal zu bejahen, sich ihm zu stellen. Auf diesem Wege allein kommt man an die Wahrheit heran ... nicht auf den Wegen der Flucht und Furcht vor dem Leiden", schreibt Viktor Frankl in seinem Buch zur Logotherapie. Diese grundsätzliche Sinnsuche schreckt Patienten zunächst oft ab. Mit Fortschreiten der Therapie sind die meisten jedoch begeistert, weil sie herausfinden, was sie "juckt". Eine Psychotherapie muss nicht für jeden das Richtige sein. Dr. Niemeier empfiehlt, mit dem Arzt zu besprechen, was man wirklich machen will. Denn es nutzt nichts, wenn man eine Therapie verordnet bekommt, die man ablehnt. Die verschiedenen Entspannungsmethoden kann uneingeschränkt jeder für sich ausprobieren. Zu einer Psychotherapie rät er hingegen nur, "wenn Patienten merken, dass Stress eine Verschlechterung der Krankheit bewirkt." Dann hilft der Hautarzt oder Hausarzt als Ansprechpartner, einen geeigneten Therapeuten zu finden.