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  • Forum Psyche
    • Erfahrungen Ansichten eines Ketzers
    • Ein bis heute nicht namentlich bekannter Betroffener unter dem Pseudonym Psoriasix seine "ureigensten Erfahrungen mit der Psoriasis". Ich fand diese "Ansichten eines Ketzers" so packend, daß ich sie gerne der Gefahr des Vergessens entreißen möchte. Ich veröffentliche im folgenden eine leicht gekürzte Version dieses Textes.

  • Die Psoriasis - mein Privatlaster
     
  • Um es gleich vorweg zu sagen, die Psoriasis ist keine Krankheit, die man heilen kann. Die Schuppenflechte ist ein Laster, das man sich abgewöhnen muß, Dieses wird kein lüsterner Leidensbericht für Insider, gut versteckt hinter den Seiten des Fachblättchens "Der Psoriatiker". Den Vorwurf des Exhibitionismus lassen wir uns nur einmal machen. Die Psoriasis muß man sich abgewöhnen wie das Rauchen oder das Trinken. Die Schuppenflechte ist unheilbar, oder bis jetzt gibt es noch kein Mittel dagegen, also kann man sie nicht als Krankheit einstufen. Ob sie überhaupt eine Krankheit ist, bleibt dahingestellt. Jedenfalls steckt sie so tief in uns wie die lebenserhaltenden Antriebskräfte Hunger und Liebe. Der Hausarzt sagte früher: "Schuppenflechte ist die Krankheit der Gesunden". Gesunde können nicht krank sein.
  • Schuppenflechte ist keine Krankheit, also fangen wir mit dem Abgewöhnen an.
     
  • Die Psoriatiker sind doof!

  • Asterix und Obelix sind bekannt für ihre Unbesiegbarkeit, sie altern nicht, und wenn es ihnen einmal schlecht geht und sie schwach werden, haben sie ihren Druiden, den mit dem Zaubertrank. Aber wehe, wenn der Druide nicht zum Dienst erschienen ist, verreist ist, wenn kein Zaubertrank da ist. Schlimmer noch, wenn der Druide vom Nachbar-dorf einen noch besseren Zaubertrank macht als der eigene! Merke: Es gibt keinen Zaubertrank, keine Zauberdroge, keinen Druiden, keinen Psoriasis-Guru, keinen Psoriasis-Wunderdoktor. Der beste Arzt des Psoriatikers ist der Spiegel. Natürlich nur, wenn du davor stehst. Und es ist deine Haut, die dir im Spiegel täglich zeigt, was dir die Schuppenflechte antut. Es ist deine Persönlichkeit, dein Körper, der diese Unregelmäßigkeit der Haut produziert. Es bist du selbst, der entscheidet, ob die Haut wieder beschwerdefrei wird oder nicht.

  • Da gibt es kein Ausweichen, keinen Zaubertrank, kein schnelles Wundermittel. Wenn man sich etwas abgewöhnen will, dann muß man erst einmal die Lust am eigenen Leiden bekämpfen.

  • Es muß alles nicht so furchtbar sein, wie es ist. Es ist auch nicht das falsche Klima, der falsche Arzt, das Zuviel an Salz am Frühstücksei. Es sind nicht die kleinen Symptömchen, sondern es ist dein Leben, das die Schuppenflechte zum Blühen bringt. So einfach ist das. Du mußt damit anfangen, dein Leben zu verändern. Vergiß nicht, Psoriasis ist die Krankheit der Gesunden. Gesunde sind stark. Starke haben sich selbst im Griff. Wer sich etwas abgewöhnen will, muß sein Leben verändern. Wer sein Leben verändern will, muß erst einmal feststellen, wie er sein Leben überhaupt erlebt. Ja, ich meine erleben. Selten genug wird man dazu aufgefordert.
  • Philosophen haben dicke Wälzer darüber geschrieben, Vergebens? Es ist kaum zu glauben, wie viele Menschen gar nicht wissen, daß sie ihr Leben wirklich verändern können. Wir müssen es. Große Worte gelassen ausgesprochen? Man kann sich das Rauchen abgewöhnen - schon eher. Man kann den Alkohol aufgeben - schon sehr viel seltener. Beethoven war ein Quartalssäufer, dam, dam, dam, daaah - und da sollen wir unsere Schuppenflechte aufgeben? Es geht! Große Dinge fangen klein an. Der Teufel steckt im Detail. Sofort aufhören mit dem Kratzen, auch wenn es noch so herrlich juckt. Auch das Popeln und Pullen, als Kind schon am juckenden Schorf geübt, einstellen! Kalte Umschläge! Igitt?! " So könnte man schon erst einmal anfangen. Auch die Frage, ob man zuviel oder zuwenig badet, bedarf noch keiner ärztlichen Hilfestellung. Es wird sich ohnedies zuwenig gewaschen. Also da kann nichts passieren. Hinterher vielleicht eincremen! Wie lästig?! Das sind aber nicht die wirklichen Veränderungen, die ich meine. Ich spreche von Abgewöhnen im Sinne des Lebens. Es ist ja so bequem, sein Leiden anderen zu überlassen, nur sich nicht selbst damit zu behelligen. Vergessen wir doch einmal den Zustand der Haut. Erkennen wir erst einmal, daß das ständige Jucken, Kratzen, Popeln, von dem wir oft stöhnend berichten, als Schwäche zu betrachten ist und mit einem gewissen Maß an Unbequemlichkeit (igitt, wie lästig) bekämpft werden kann, so sind wir auf dem richtigen Wege der dringend notwendigen Selbsterkenntnis.
    Nun weiter mit dem Abgewöhnen der Streß-Situationen. Stellen wir das Haus mit dem Dach auf den Kopf. Soll es denn gleich ein großes Haus sein, für das man sein Leben lang schuften muß? Streß und Zinsen inklusive. Als Autofan kann man doch herrlich von einem Porsche oder Mercedes träumen, ohne sich gleich einen kaufen zu müssen. ^
     
  • Wer keine Sorgen hat, der macht sich welche, so urteilt der Volksmund über einen Menschen, der rundherum glücklich sein könnte und sich seine Probleme selbst schafft. Wer keine Effloreszenzen hat, kratzt sich welche.
    Es geht noch weiter. Muß man alles hinunterschlucken, was einem an täglichem Ärger geboten wird? Muß man sich für andere aufopfern, nur um schmerzlich festzustellen, daß das Opfer gar nicht angenommen wird?
     
  • Die Männer der Wirtschaft sprechen immer von dem Kampf um gesundes Wachstum und meinen damit profitliche Zuwachsraten. Unser gesunder Wachstumsstreß schlägt sich dann auch in Zuwachsraten = Effloreszenzen nieder. Wir produzieren nicht nur Leistungszuwachs, sondern auch Schuppenzuwachs.
     
  • Also lassen wir die Kirche im Dorf oder wo immer wir uns auf der Suche nach uns selbst finden. Hören wir auf mit dem Krankspielen, dem Krankseinwollen. Die Öffentlichkeit nimmt das sowieso nicht zur Kenntnis, und die wenigen Freunde, die wirklich zuhören, wenn man ihnen davon erzählt, schauen vielleicht einmal im Gesundheitslexikon nach. Sie betrachten mit schauderndem Ekel das auf Farbseite "römisch acht" gezeigte Buntfoto der Rückseite eines Mannes mit "dick infiltrierten und mit erheblich parakeratotischer Schuppung belegten Erytheme am gesamten Integument".
    Wenn Selbsterkenntnis den ersten Weg zur Besserung weist, dann sollte man diesen Weg begehen, bis es zur Gewohnheit wird, daß man alles, was einen von diesem Weg abbringt, beachten sollte. Man wird schnell darauf kommen, daß die Versuchung, gute Vorsätze aufzugeben, von außen an einen heran getragen wird.
    Und alles, was von außen kommt, bedarf einer kritischen Filterung. Unsere fünf Sinne wurden uns nicht umsonst gegeben. Wenn es stimmt, daß wir nur einen Bruchteil unserer Gehirnzellen auch für die intelligentesten Denkvorgänge in Anspruch nehmen, die paar grauen Zellen, die wir aktivieren müssen, um unsere Schuppenflechte abzugewöhnen, sind vorhanden. Alles, was einen aus der Haut fahren läßt, sollte man ernst nehmen, über bei Strophe 3 oder 4 werden wir vielleicht unterbrochen. Spätestens bei Strophe 7 erwarten wir die Absolution in Form eines Rezeptes, 3x täglich 3 Tabletten, 6 Wochen Bestrahlung und Bäder, ein bißchen Creme hier, ein bißchen Creme da. Nun sofort zur Apotheke, und dann wird wieder einmal ein neuer Versuch gestartet. Die Regelmäßigkeit der Tabletteneinnahme, der Bäder und der Bestrahlungszeiten wird 3 Tage eingehalten, dann fällt schon 1 Tag aus. Es war gerade Sonntag, dann fallen 2 Tage aus, man mußte unbedingt geschäftlich verreisen. Dann juckt es wieder an der gleichen Stelle, und hier wird es auch schon wieder rot, und es war alles wieder einmal ein Flop, ein Reinfall. Du hast es ja gleich gewußt.
    Dann wird 6 Wochen überhaupt nichts getan. Entweder hört es auf, ganz von selbst, oder ein neuer Schub meldet sich an, oder der Illustriertendoktor hat wieder ein neues Mittel entdeckt, und schon dreht sich das Karussell. Zugegeben, es ist nicht einfach, den richtigen Arzt zu finden, denn Schuppenflechte ist keine Krankheit. Es gibt kein Mittel dagegen. Wer also stark ist, daß er sich die Schuppenflechte abgewöhnen will, muß auch so stark sein, daß er sich seinen Onkel Doktor an die Krawatte faßt. Er muß den Mut haben, den Arzt zu bitten, alles noch einmal langsam zu wiederholen, denn eine hilfreiche Behandlung für Psoriatiker ist, Abgewöhnen inklusive, was den Zeitrhythmus der einzelnen Indikationen angeht, kompliziert und muß genau besprochen und verstanden werden. Facharzt-Praxen, in denen die Patienten nach einem reibungslos funktionierenden 5-Minuten-Schema abgefertigt werden, sollte man selbst und schnellen Fußes verlassen. Merke:
  • Die Schuppenflechte ist keine Krankheit, sondern ein Laster.
  • Ein Laster kann man sich abgewöhnen, Zum Abgewöhnen gehört aber auch ein exaktes Einhalten der ärztlichen Anweisungen. Um all das zu verarbeiten, was einem der Facharzt rät, bedarf es mindestens einer halben Stunde konzentrierten Zuhörens. Papier und Bleistift sind mitzubringen. Wenn wir schon mit unserem Laster leben müssen, so sollte man aber auch darüber sprechen können, mit welcher Nachlässigkeit manche Ärzte mit Psoriatikern umgehen. Es muß natürlich für jeden Arzt unbefriedigend sein, zu wissen, daß man den Patienten nicht helfen kann. Aber es muß ja nicht gleich so weit gehen, daß man eine russische Gelbkreuzsalbe verschreibt, die erst nach 3/4 Jahren beim Patienten eintrifft.

  • Mir jedenfalls ist es gelungen, den richtigen Arzt zu finden, es war einfach genug, wie man hinterher so schön zu sagen pflegt. Ich hörte von der Zeitschrift "Psoriasis" und ging zu dem Mann, der seine Sprechstunde nun abends gewährte. Zufälle, die zusammentrafen, denn von Berufs wegen, 15 Stunden Arbeit pro Tag, war mir diese Abendpraxis sehr lieb. Wenn ich daran denke, wie ich zum ersten Mal in seinem Wartezimmer saß, von Juckreiz geplagt, ein zuckendes Nervenbündel... und diese Tür ging nicht auf. Als es dann endlich so weit war, rollte die Zeit ab wie im Zeitraffer. Ich bin dreimal bei ihm gewesen und habe dreimal nur geredet und nicht zugehört, bis auf einen Satz: "Sie müssen mithelfen, Sie müssen Ihr Leben verändern, alles, was Ihren Kopf rot macht, verschlechtert Ihren Zustand". Nebbich. Leben verändern, mitten im Streß, im Kampf ums tägliche Brot. Beim letzten Mal sagte er, "Sie müssen sofort ins Krankenhaus". Niemals! Mein Geschäft, mein Lebenswerk!! Ich hatte ihn immer noch nicht begriffen. Ich hatte immer noch nicht verstanden, daß ich meinem Laster verfallen war, bis ich dann 6 Monate als ein Prachtexemplar der Psoriasis vulgaris casus gravus im Krankenhaus vor ihm stand, oder besser gesagt, vor ihm herum tanzte. Leider kam ich zu spät, aber hier und auch nur einmal möchte ich all denen, die verzagen und glauben, es gebe überhaupt keine Hilfe, sagen, daß natürlich auch die bösartigste Erscheinungsform bekämpft werden kann. So wurde bei mir das Mittel angewandt, das wirkte: ein Hautkortikoid. Aber Vorsicht, Vorsicht - und nur im Krankenhaus unter bester ärztlicher Obhut. Ich hatte das Glück, von einem Team gesäubert zu werden, das vom Professor über die Stationsärztin, Stationsschwester, Nachtschwester bis zum Krankenpfleger hin eine ungewöhnlich menschliche Atmosphäre ausstrahlte. Alles lief wie am Schnürchen. Es war eine Wunderheilung. Äußerlich. Und dann begann, die große innere Veränderung. Es wurde alles anders. Das Wunder ist geschehen, in 3 Wochen. Fast alle äußeren Erscheinungsformen sind verschwunden. Die Psoriasis, das Laster, abgewöhnt. Still allgegenwärtig, aber Nebensache. Die Psoriasis sitzt tief versteckt, Seele gleich nebenan. Wenn sie einmal ausbricht, kann sie vieles zerstören. Es genügt nicht, sie heilen zu wollen, man kann sie nicht heilen. Die Psoriasis muß man sich abgewöhnen, bekämpfen wie ein Laster. Es muß einen glücklich machen, zu wissen, daß man gesund ist, so lange man sich selbst im Griff hat. Ich habe am Anfang von den lebenserhaltenden Kräften Hunger und Liebe gesprochen. Vor lauter Erfolgshunger habe ich die Psoriasis einfach nicht zur Kenntnis nehmen wollen und das, was man unter Liebe versteht, war es wohl auch nicht. Aber wer die Kraft haben will, sich freizumachen, sich selbst zu erkennen, braucht die Liebe anderer Menschen, der braucht Verständnis und.. Hilfe. Ich habe alles gefunden. Es ist unglaublich, daß ein Leiden wie die Schuppenflechte, das einem mit flammenden Signalen auf die Haut gebrannt wird, so wenig ernst genommen wird. Weder die Wissenschaft, noch die Öffentlichkeit, noch die Gesundheitsbehörden wissen etwas mit diesem Leiden anzufangen. Ja, sogar der Psoriatiker selbst ist sich über die zerstörerische Wirkung dieses Leidens nicht im klaren. Was sind schon das bißchen Jucken und die Schuppen, wenn man bedenkt, daß ganze Familien am Suff des Vaters oder der Mutter zugrunde gehen, und so viele Kleinkinder von ihren Eltern zusammengeschlagen werden. Ja, sogar die Zahn-Schädlichkeit des Genusses von Ostereiern füllt die Schlagzeilen der Boulevard-Presse. Daß aber Millionen von Menschen in der Bundesrepublik an den Folgen dieser unheilbaren Krankheit seelisch und menschlich zugrunde gehen können, wird nicht beachtet. Also helfen wir uns selbst. Sind wir uns darüber im klaren, daß wir unser Laster mit durchgreifender Härte bekämpfen müssen. Wir müssen damit rechnen, unseren Beruf zu wechseln, wenn es notwendig ist, sogar aufzugeben, wir müssen das Recht in Anspruch nehmen, auch in unserer Familie sehr ernst genommen zu werden, oder etwas zu verändern. Und schließlich, wir müssen uns selbst sehr viel ernster nehmen,
    Psorsxist